Top Secret International (Staat 1)

Von Haug / Kaegi / Wetzel

Staat 1-4

Mit der Serie Staat 1–4 begibt sich Rimini Protokoll auf eine Recherche in die Felder außerhalb dessen, was heute vom Nationalstaat organisiert und kontrolliert werden kann. Rimini Protokoll schaut zurück auf das Wesen der Gewalten, deren Teilung einmal die wesentlichen Mechanismen zur Kontrolle des staatlichen Gefüges strukturieren sollte. Inwieweit sind diese Gewalten noch in der Lage, die entscheidenden Impulse zur Veränderung, denen die Gesellschaften ausgesetzt sind, zu regulieren?

 

Top Secret International (Staat 1)

Was halten Staaten für geheim? Welche Geheimnisse versuchen andere Staaten mit ihren Nachrichtendiensten aufzudecken? Wie werden diese Informationen weitergereicht, gesammelt, ausgewertet? Wann können Geheimnisse zu einer wertvollen Währung werden? Jede Information verändert ihren Wert in dem Moment, in dem sie mit jemandem geteilt wird: Wann wird sie wertlos?

Und kann man das im Vorhinein wissen?

In Zeiten globaler Überwachungsaffären, vermeintlicher No-Spy-Abkommen und immer zahlreicher werdender Whistleblower-Plattformen begeben sich Rimini Protokoll mit Top Secret International (Staat 1) mitten hinein in das globale Netz der Staatsgeheimnisse und Geheimdienste – den Staat im Staat. Im ersten Teil der Tetralogie, die sich über zwei Jahre hinweg mit Phänomenen der Postdemokratie befasst, lassen ein Algorithmus und ein Smartphone das Publikum selbst zu unauffällig Agierenden werden: als Journalist*in belauschen die Besucher*innen Ermittlungen fremder Geheimdienste, versetzen sich in die Lage eines Whistleblowers oder werden mit einer Legende ausgestattet. Zwischen den Skulpturen eines Museums sind sie kaum von anderen Museumsbesucher*innen zu unterscheiden. Mit subtilen Gesten, gezielten Bewegungen greifen sie auf Dateien und Archive zu, die sich nach und nach öffnen: Lebensgeschichten aus Politik, Journalismus und Spionage, global agierende Geheimnisträger*innen und Aktivist*innen stecken das Spielfeld ab. Die Besucher*innen beobachten und verfolgen einander, nehmen Kontakt auf, bilden Koalitionen oder entziehen sich der Verbindung.

 

Arte Beitrag "Der Spion im Museum" vom 15.12.16

Redaktion: Nathalie Frank
Kamera: Ingo Däubner
Schnitt: Julius Eisen

 

 

 

Konzept, Text, Regie: Helgard Kim Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel

Sprecher*innen: Peter Brombacher, Wiebke Puls, Anna Drexler, Katja Bürkle
Dramaturgie: Imanuel Schipper
Recherche / Interviews / Übersetzung / Textmitarbeit: Kefei Cao, Timothy Carlson, Uwe Gössel, Alexander Manuiloff, Shahab Anousha
Übersetzung: Kirsten Riesselmann

Interaction Design: Steffen Klaue
System Development: Stefan Curow, Martin Ohmann

Regieassistenz: Anta Helena Recke
Dramaturgieassistenz: Anna Königshofer
Technische Assistenz: Robert Läßig
Technische Mitarbeit: Hans Leser
Ton: Martin Sraier-Krügermann
Regiehospitanz: Francesca Rieker
Ausstattung: Dido Govic, Lena Mody, Katharina Schütz
Produktionshospitanz: Annette Müller

Technische Leitung: Sven Nichterlein
Produktionsleitung: Jessica Páez

 

Eine Produktion von Rimini Protokoll und den Münchner Kammerspielen, in Koproduktion mit dem Goethe-Institut und dem Haus der Kulturen der Welt, unterstützt vom Melbourne Festival.

In Kooperation mit der Staatlichen Antikensammlung und der Glyptothek München.


Die Serie „Staat 1 – 4“, ist eine Kooperation zwischen  Haus der Kulturen der Welt, Münchner Kammerspiele, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus Zürich und Rimini Protokoll im Rahmen des HKW-Langzeitprojektes „100 Jahre Gegenwart“.
Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. „Staat 1“ wurde vom Goethe-Institut mitinitiiert, als Teil von „Sensible Daten“, einem internationalen Langzeitprojekt des Goethe-Instituts mit der Bundeszentrale für politische Bildung, den Münchner Kammerspielen und dem Bard College.