Daniel Wetzel

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Der 1969 in Konstanz geborene Daniel Wetzel bildet seit 2000 ein Autoren-Regie-Team mit Helgard Haug und Stefan Kaegi unter dem Label Rimini Protokoll. Ihre Arbeiten im Bereich Theater, Hörspiel, Film und Installation entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie solo. Wetzel hat in Gießen Angewandte Theaterwissenschaft studiert und lebt derzeit in Athen und Berlin. 

In Athen entstanden bislang die Stücke Evros Walk Water, Teil 1&2 (Athen, Berlin 2017), Träumende Kollektive. Tastende Schafe (Staatschauspiel Dresden 2017, Teil 3 der Rimini-Tetralogie Staat 1-4, die vom Haus der Kulturen der Welt initiiert wurde), sowie Bubble Jam (Athen 2018). Die Athener Stücke versetzen die Besucher jeweils in immersive, durch komplexe Systeme (Multiband-Zuspielung, Cloud) gesteuerte Situationen, die sie mitspielend erforschen. 

Im Mittelpunkt der Arbeit von Rimini Protokoll steht die Weiterentwicklung der Kunstformen, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. So erklärten Haug / Kaegi / Wetzel eine Hauptversammlung der Daimler AG zum Theaterstück und machten ihre Zuschauer zu temporären Aktionären (“Hauptversammlung”, Berlin 2009) oder inszenierten in bislang mehr als 25 Städten weltweit mit jeweils 100 statistisch repräsentativ ausgewählten Bürgern 100% Stadt. In Berlin und Dresden entwickelten sie begehbare Stasi-Hörspiele (50 Aktenkilometer, 2011 bzw.10 Aktenkilometer, 2013). Ihre Arbeit mit “Experten des Alltags” seit den Neunziger Jahren wird in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen weltweit als wegweisend für neue Formen des Dokumentarischen Theaters beschrieben. 

Von ihren Stücken wurde Shooting Bourbaki (2003) mit dem NRW-Impulse-Preis ausgezeichnet, Deadline (2004), Wallenstein – eine dokumentarische Inszenierung (2006) und Situation Rooms (2013) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Beim Mülheimer Dramatikerpreis wurde Karl Marx: Das Kapital. Erster Band 2007 sowohl mit dem Publikumspreis als auch dem Mülheimer Dramatiker Preis ausgezeichnet, sowie Qualitätskontrolle 2014 mit dem Publikumspreis.

Weitere Auszeichnungen für Rimini Protokoll: Deutscher Theaterpreis Der Faust (2007), Europäischer Theaterpreis in der Kategorie Neue Realitäten (2008), Silberner Löwe der 41. Theaterbiennale Venedig (2011), Schweizer Grand Prix Theater / Hans-Reinhardt-Ring (2015).

Die Hörspielarbeiten von Helgard Haug und Daniel Wetzel wurden  mehrfach ausgezeichnet:  „Peymannbeschimpfung“ als Hörspiel des Monats (2007),  „Karl Marx: Das Kapital, Erster Band“ mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden (2008), „Qualitätskontrolle oder warum ich die Räuspertaste nicht drücke“ als Hörspiel des Monats mit dem Hörspielpreis der ARD, dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik (2014), sowie mit dem Hörbuchpreis der ARD (2015).