Prometheus in Athen

mit 103 Bewohnern Athens

Von Haug / Wetzel

"Der gefesselte Prometheus": was wissen, was denken die Athener heute davon? "Prometheus in Athen" geht dieser Frage nach in einen Abend mit 103 Athenern, die entlang zweier Beziehungslinien gefunden werden: Die 103 Athener repräsentieren einerseits die Bevölkerung der Stadt, statistisch entsprechend ausgewählter Basiskriterien. Andererseits identifizieren sie sich mit Aspekten aus dem “Gefesselten Prometheus”.

Rimini Protokoll zeigen Menschen, die Erfahrung haben mit der Bereitschaft zu permanentem Leid, die sich im Zustand kompromissloser Auflehnung sehen, Menschen, die sich als Fortführer der "prometheischen" Arbeit an der besseren Zukunft der Menschen verstehen, solche, die unwillig aber doch die Belange der Staatsgewalt umsetzen, Menschen, die dort und dennoch auf der Flucht sind, solchen, die ein Gesetz gebrochen haben wollen zum Wohl aller, und solchen, die den Gott als Gesetzgeber höher stellen als das politische Gemeinwesen.

"Prometheus in Athen", der Beitrag von Helgard Haug und Daniel Wetzel zur "Promethiade" kann nur in Athen stattfinden, im Zentrum der Stadt und einen Steinwurf vom Zentrum jener Athener Theater-Demokratie entfernt, für das die Prometheus-Trilogie einmal geschrieben worden war.

In Essen wird auf dem Gelände der Stiftung Zollverein am 31. Juli 2010 eine Lecture Performance gezeigt, bei der mehrere Beteiligte der Athener Aufführung einem Rohschnitt des filmischen Mitschnitts von Athina Tsangari ihre Versionen des Aufführungsabends hinzugesellen.

Im Museum für Moderne Kunst Istanbul, Istanbul Modern, wird der Film von Athina Tsangari am 22. September 2010 Vorpremiere haben.

von Helgard Haug & Daniel Wetzel
Regie Assistenz - Recherche: Prodromos Tsinikoris
Bühnenbild: Guy Stefanou
Recherche und Mitarbeit: Anestis Azas, Giolanta Markopoulou, Christina Polychroniadou
Dramaturgie: Sebastian Brünger

„Prometheus in Athen“ ist eine Produktion des Athens & Epidaurus Festivals in Kooperation mit der Kulturhauptstadt Istanbul 2010 und der Stiftung Zollverein, mit Unterstützung des Goethe-Instituts.