Daniel Wetzel

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1969 in Konstanz geboren, hat in Gießen Angewandte Theaterwissenschaft studiert, lebt in Athen und Berlin. 

Seit 2000 bildet er ein Autoren-Regie-Team mit Helgard Haug und Stefan Kaegi unter dem Label Rimini Protokoll. Ihre Arbeiten im Bereich Theater, Hörspiel, Film und Installation entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie solo.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Kunstformen, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. So erklärten Haug / Kaegi / Wetzel eine Hauptversammlung der Daimler AG zum Theaterstück und machten ihre Zuschauer zu temporären Aktionären (“Hauptversammlung”, Berlin 2009) oder inszenierten in bislang mehr als 25 Städten weltweit mit jeweils 100 statistisch repräsentativ ausgewählten Bürgern 100% Stadt. In Berlin und Dresden entwickelten sie begehbare Stasi-Hörspiele (50 Aktenkilometer, 2011 bzw.10 Aktenkilometer, 2013). Ihre Arbeit mit “Experten des Alltags” seit den Neunziger Jahren wird in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen weltweit als wegweisend für neue Formen des Dokumentarischen Theaters beschrieben. 

Von ihren Stücken wurde Shooting Bourbaki (2003) mit dem NRW-Impulse-Preis ausgezeichnet, Deadline (2004), Wallenstein – eine dokumentarische Inszenierung (2006) und Situation Rooms (2013) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Beim Mülheimer Dramatikerpreis wurde Karl Marx: Das Kapital. Erster Band 2007 sowohl mit dem Publikumspreis als auch dem Mülheimer Dramatiker Preis ausgezeichnet, sowie Qualitätskontrolle 2014 mit dem Publikumspreis.

Weitere Auszeichnungen für Rimini Protokoll: Deutscher Theaterpreis Der Faust (2007), Europäischer Theaterpreis in der Kategorie Neue Realitäten (2008), Hörspielpreis der Kriegsblinden für Karl Marx: Das Kapital, Erster Band (2008). Silberner Löwe der 41. Theaterbiennale Venedig (2011), Deutscher Hörspielpreis der ARD (2014), Deutscher Hörbuchpreis (2015), Schweizer Grand Prix Theater / Hans-Reinhardt-Ring (2015).