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Stefan Kaegi

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Stefan Kaegi inszeniert in verschiedensten Konstellationen dokumentarische Theaterstücke, Hörspiele und Stadtrauminszenierungen. So entstand zum Beispiel Kaegis Modelleisenbahnwelt "Mnemopark" als Live-Filmset im Massstab 1:87, das in über 30 Städten zwischen Tokyo und Montreal gezeigt wurde. Über 2 Jahre lang tourte Kaegi mit zwei bulgarischen Lastwagenfahrern und einem umgebauten LKW (Cargo Sofia) quer durch Europa. 2008 entwickelte er in Kairo „Radio Muezzin“ – ein Projekt über den Gebetsruf im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. 2009 inszenierte er ein Stück mit 10.000 Heuschrecken für das Schauspielhaus Zürich sowie eine Raubkopie der ”Sicherheitskonferenz” um einen runden Tisch in den Münchner Kammerspielen und 2011 russlanddeutsche Ölpipelines in "Bodenprobe Kasachstan". 
2012 kuratierte er das "Idiom Modul" des Malta Festivals im polnischen Póznan. Zur Zeit schreibt Kaegi für immer neue Städte von São Paulo bis Bangalore und Moskau bis Houston eine immer wieder neu ortsspezifische Audiotour für jeweils 50 Kopfhörern ("Remote X"). 2010 erhielt Stefan Kaegi den “Routes Award for Cultural Diversity” der Europäischen Kulturstiftung.

Von 2006 bis 2011 arbeitet Kaegi oft gemeinsam mit Lola Arias: Zuletzt in „Chácara Paraíso“ mit brasilianischen Polizisten und in „Airport Kids“ mit globalisierten Nomaden im Alter zwischen 7 und 13 Jahren. 2010 erfanden und kuratierten die beiden gemeinsam das transportable Festival für urbane Interventionen "Ciudades Paralelas" in Berlin, Buenos Aires, Warschau und Zürich.

Gemeinsam mit Helgard Kim Haug und Daniel Wetzel inszeniert Kaegi unter dem Label "Rimini Protokoll". Ziel des „Rimini Protokolls“ ist es, die gefühlte Realität aufzubrechen und all ihre Facetten auch aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zu präsentieren. So kopierte das Regietrio mit 200 Bonner Bürgern eine ganze Bundestagssitzung ("Deutschland 2"). Sie inszenierten fünf Experten des mitteleuropäischen Todesarten zu "Deadline" oder rekonstruierten den Bankrott der belgischen Fluglinie Sabena in Brüssel ("Sabenation"). Zuletzt entstanden "Call Cutta in a Box“, ein aus einem indischen Call Centre live geführte Telefongespräch, "100% Stadt" eine gelebte Statistikanordnung für 100 Bürger auf einer Drehbühne und "Hauptversammlung", eine parasitäre Intervention anlässlich der Aktionärsversammler der Daimler AG. Zuletzt entstanden „Best Before“, ein Videospiel für 200 Theaterzuschauer, ”Outdoors” für das National Theatre of Wales und ”Lagos Business Angels” in Berlin. 2013 entwickelte Rimini Protokoll die Multiplayer Videoinstallation "Situation Rooms", die mit dem "Excellence"-Award des 17. Japan Media Arts Festivals ausgezeichnet und zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. 2014 entwickelten sie für das Schauspielhaus Hamburg eine „Weltklimakonferenz“ als Simaltion eines UN-Gipfels für jeweils 650 Zuschauer, aufgeteilt in 196 Länderdelegationen.
2007 wurde Rimini Protokoll mit dem Theaterpreis Faust und 2008 mit dem europäischen Preis „New Realities in Theatre“ ausgezeichnet. 2011 erhielt Rimini Protokoll den silbernen Löwen der Theater-Biennale von Venedig und 2013 den „Excelence Award“ des japanischen Media Arts Festival für die Multiplayer Theaterinstallation „Situation Rooms“ zum globalen Waffenhandel. 2015 erhielten Stefan Kaegi und Rimini Protokoll den Grand Prix des Schweizer Theatertreffens.

Stefan Kaegi lebt in Berlin, wo Rimini Protokoll seit 2003 ihr Büro haben.

 

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