Rimini Protokoll

Helgard Kim Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel bilden seit 2000 ein Autoren-Regie-Team. Ihre Arbeiten im Bereich Theater, Hörspiel, Film, Installation entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie Solo. Seit 2002 werden all ihre Arbeiten unter dem Label Rimini Protokoll zusammengefasst und angekündigt. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen.

So erklären Haug / Kaegi / Wetzel eine Daimler Hauptversammlung zum Theaterstück oder inszenieren unter anderem in Berlin, Zürich, London, Melbourne, Kopenhagen oder San Diego mit hundert statistisch repräsentativ ausgewählten Bürgern 100% Stadt. In Berlin und Dresden entwickelten sie begehbare Stasi-Hörspiele, in denen die Observationsprotokolle per Androidtelefon abhörbar wurden. Oder inszenierten für das Schauspielhaus Hamburg eine „Weltklimakonferenz“ als Simulation eines UN-Gipfels für jeweils 650 Zuschauer, aufgeteilt in 196 Länderdelegationen. Zur Zeit inszenieren sie die Tetralogie Staat 1-4 über post-demokratische Phänomene.

Von ihren Stücken wurde Shooting Bourbaki 2003 mit dem NRW-Impulse-Preis ausgezeichnet, Deadline (2004), Wallenstein – eine dokumentarische Inszenierung (2006) und Situation Rooms (2014) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen, Schwarzenbergplatz (2005) für den Österreichischen Theaterpreis Nestroy nominiert. Mnemopark wurde mit dem Jurypreis beim Berliner Festival Politik im freien Theater 2005 ausgezeichnet und Karl Marx: Das Kapital. Erster Band (Haug / Wetzel) gewann 2007 beim Festival Stücke sowohl den Publikumspreis als auch den Mülheimer Dramatiker Preis 2007.

Im November 2007 erhielten Haug / Kaegi / Wetzel einen Sonderpreis des Deutschen Theaterpreises DER FAUST, im April 2008 wurde ihnen in Thessaloniki der Europäische Theaterpreis in der Kategorie Neue Realitäten verliehen. 2008 erhielten Helgard Haug und Daniel Wetzel den Hörspielpreis der Kriegsblinden für Karl Marx: Das Kapital, Erster Band (nominiert war ebenfalls Peymannbeschimpfung).

2011 wurde das Gesamtwerk von Rimini Protokoll mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig ausgezeichnet. 2014 erhielten Helgard Haug und Daniel Wetzel den Deutschen Hörspielpreis der ARD und 2015 den Deutschen Hörbuchpreis der ARD. 2015 erhielten Stefan Kaegi und Rimini Protokoll den Grand Prix des Schweizer Theatertreffens.
Seit 2003 haben Rimini Protokoll in Berlin ihr Hauptquartier aufgeschlagen und ihr Produktionsbüro im Hebbel am Ufer.